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LINZ |
19.07.2006 |
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Größerer Friedhof für Muslime gefordert
Die Linzer Muslime bräuchten für ihre Verstorbenen einen eigenen, größeren Friedhof, so ein muslimischer Bestatter. Der jetzige, der auf einem Teil des Friedhofs St. Martin untergebracht ist und von der Linz AG betrieben wird, sei zu klein.
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Vor 20 Jahren adaptiert
Der Friedhof St. Martin wurde vor etwa 20 Jahren für islamische Bestattungen adaptiert. Mit einem Raum, wo Waschungen des Verstorbenen möglich sind, wo der Leichnam dann in Leintücher gewickelt wird, etc.
Muslim. Bestatter: "Lösung passt nicht mehr"
Für Mohammed Merah, Bestatter aus Linz, ist die Lösung aber nicht mehr passend. Es gebe vor allem zu wenig Platz.
Ein Problem: Gräber, die nach zehn Jahren aufgelassen werden, können nach islamischem Glauben nicht ein zweites Mal genutzt werden. Das bedeutet, dass für jede Beerdigung ein neues Grab notwendig wäre. Ein eigener, größerer Friedhof für islamische Bestattungen ist somit der Wunsch.
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Linz AG: "Bedarf nicht gegeben"
Die Linz AG als Betreiber des Friedhofes St. Martin winkt allerdings ab. Der Bedarf sei keineswegs gegeben, bei etwa 30 islamischen Bestattungen im Jahr, sagt Karl Berger, Leiter der Bestattung bei der Linz AG.
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Neuer Friedhof ausgeschlossen
Vorstellbar sei eine Erweiterung am Standort St. Martin, ein neuer Friedhof für Muslime sei aber ausgeschlossen. Moussa Al-Hassan von der Plattform Islam in Oberösterreich beurteilt die jetzige Lösung in Linz als nicht schlecht, wenngleich es immer eine Verbesserung geben könne.
Generell sei wichtig, dass es die Möglichkeit für Muslime gebe, ihre Angehörigen in Österreich zu begraben. Denn, wenn der verstorbene Vater oder die verstorbene Mutter etwa in die Türkei oder nach Bosnien überstellt werden, könne für die Hinterbliebenen auch nie eine Verbundenheit zu Österreich aufgebaut werden.
80 Prozent werden heimgeflogen
Momentan werden etwa 80 Prozent der Verstorbenen in ihrer ursprünglichen Heimat begraben. 15.000 Muslime sind in Linz und Umgebung beheimatet.
Das Angebot, den Friedhof St. Martin für Muslime zu erweitern, ist für Bestatter Mohammed Merah übrigens nur eine vorübergehende Lösung. Die Diskussionen dürften somit weitergehen.
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